Kirchenkreiskonzept und Pfarrstellenrahmenkonzeption
Nach Vorstellung der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) sollen alle rheinischen Kirchenkreise eine Kirchenkreiskonzeption vorlegen, die alle Kirchengemeinden umfassen und vom jeweiligen Kirchenkreis verantwortet werden soll.
Die Kirchenkreiskonzeption des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann soll 2012 verabschiedet werden. Das beinhaltet auch ein Rahmenkonzept für die Personalplanung. Sie bezieht alle Aufgabenfelder der Kirche neben dem Pfarrdienst mit ein. Dazu gehören die Bildungsarbeit, Kirchenmusik, Jugendarbeit, Diakonie, Seniorenarbeit, Kindertagesstätten, die Verwaltung, Gebäude und Immobilien.
Auf dem Weg zum Beschluss der Kirchenkreiskonzeption wurden im Kirchenkreis zu den Arbeitsfeldern verschiedene Arbeitsgruppen gebildet. Auf der Sommersynode 2011 werden die Ergebnisse der Arbeitsgruppe „Pfarrdienst“ vorgestellt.
Rückgängige Finanzen - im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann laut Planung jährlich ein Prozent der Kirchensteuereinnahmen- und weniger Mitglieder werden sich auch den Bedarf des kirchlichen Personals auswirken. „Finanzen, Gemeindegliederzahlen und Personal müssen aufeinander abgestimmt werden“, so Superintendent Frank Weber.
Verschiedene Modelle des Pfarrdienstes wurden von der Arbeitsgruppe „Pfarrdienst“ und mit externer Hilfe der Firma Kienbaum erarbeitet.
Die landeskirchliche Vorgabe ist bis 2015 festgeschrieben und legt die Soll-Pfarrstellenzahl mit 36,85 Pfarrer/innen im Kirchenkreis fest. Das sind 33,45 Gemeindepfarrstellen und 3,4 Funktionspfarrstellen.
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Diese von der Landeskirche gemachten Vorgaben sprengen aber schon vor 2015 den finanziellen Rahmen“, so Weber. Damit würde für die anderen kirchlichen Arbeitsfelder und deren Berufsgruppen zu wenig Finanzvolumen übrig bleiben. „Wir dürfen keine Pfarrerkirche werden, der „geistliche Personalmix“ unserer Kirche mit ihren vielen Diensten, ist ein hohes Gut“. Die landeskirchlichen Planungsvorgaben für den Pfarrdienst können deshalb von der Kreissynode nicht übernommen werden.
Stattdessen sollen die Kosten für den Pfarrdienst auf 35% im Verhältnis zu den weiteren kirchlichen Aufgabenfeldern festgeschrieben werden. Das hat zur Konsequenz, dass sich der Schlüssel der Gemeindegliederzahl pro Pfarrstelle erhöhen wird (Schlüssel 2011: im Durchschnitt 2200 Gemeindemitglieder pro Pfarrstelle).
Gleichzeitig besteht die Aufgabe, die Krankenhausseelsorge auf Kirchenkreisebene dauerhaft zu sichern. „Bislang haben wir nur zeitlich befristete Lösungen“, so Superintendent Weber. Es geht um die evangelischen Krankenhäuser in Mettmann und Ratingen und um die katholischen Krankenhäuser in Hilden und Haan.
Die Anzahl der Pfarrstellen wird sich in den nächsten Jahren proportional zum Finanzvolumen verringern. Neu ist, dass bei allen Entscheidungen von Nach- und Neubesetzung von Pfarrstellen immer der gesamte Kirchenkreis in den Blick genommen werden muss. Bei Neubesetzungen sollen besonders auch junge Theologen/innen in die engere Wahl kommen. Die Ortsgemeinden werden stärker als bisher miteinander kooperieren und ihre Personalplanung miteinander abstimmen.
Hintergrund der Kirchenkreiskonzeption, Zahlen und Fakten:
Die Kirchenkreiskonzeption bezieht alle Aufgabenfelder der Kirche neben dem Pfarrdienst mit ein. Dazu gehören die Bildungsarbeit, Kirchenmusik, Jugendarbeit, Diakonie, Seniorenarbeit, Kindertagesstätten, die Verwaltung und Gebäude und Immobilien. Im Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann arbeiten 800 Mitarbeiter auf 450 Vollzeitstellen, davon sind 39 Pfarrstellen. Im kirchlichen Gebäudebestand des Kirchenkreises befinden sich rund 150 Gebäude u.a. 18 historische Kirchen, 28 Gemeindehäuser und 27 Kitas, dazu kommen Pfarrhäuser, Diakoniegebäude, Wohnungen und Wohnhäuser. Der Kirchenkreis hat mit seinen 11 Gemeinden rund 80.000 Mitglieder.
25 Jahre Kongo-Partnerschaft: Besuch vom Präsidenten der Jüngerkirche, Pfarrer Eliki Bonanga
Seit 25 Jahren besteht die Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann und den Kirchenkreisen Dianga und Longa-Ingende in der Demokratischen Republik Kongo. Die Arbeit wird seit 1985 durch die Gemeinden des Kirchenkreises getragen und finanziert (Spenden und Kollekten). Im Herbst 2011 soll die Partnerschaft mit einem neuen Partnerschaftsvertrag um fünf Jahre verlängert werden. Eliki Bonanga, Präsident der Jüngerkirche (CDCC) im Kongo überbrachte auf der Kreissynode die Grüße aus den Gemeinden der Partnerkirchenkreise und gab den wichtigen Impuls: „Partnerschaft lebt von Begegnung. Unsere Partnerschaft lebt“. Bonanga drückte seine Hoffnung aus, dass die Partnerschaft im Herbst 2011 verlängert wird. „Wir sind eine Gemeinde Jesu Christi und gehören in Afrika und Deutschland zusammen“. Er sprach auch über die vielen Jugendlichen in den Gemeinden, die sich freuen, zur Schule zu gehen. Durch die Unterstützung des Kirchenkreises Mettmann gibt es mittlerweile sechs Schulen in den beiden Kirchenkreisen, in denen 3000 Schulkinder unterrichtet werden. „Bildung hilft zum besseren Leben“, wissen die Menschen dort.
Kirchenkreis Mettmann stellt auf Öko-Strom um
Praktizierter Schöpfungsglaube beinhaltet auch einen verantwortlichen Umgang mit Energie. Der Kirchenkreis und seine 11 Gemeinden wollen auf Öko-Strom umstellen, so wie es die Kreissynode 2009 beschlossen hatte.
Die Energieverbräuche der Gemeinden sind erfasst. Deren aktuelle Stromkosten wurden mit verschiedenen Öko-Stromangeboten verglichen. Dabei ergibt sich ein Einsparpotenzial von rund 20 %. „Wenn alle Daten geprüft sind, wird der Kirchenkreis und die 11 Gemeinden am Jahresende auf Öko-Strom umstellen“, fasst Skriba Pfarrer Frank Schulte zusammen.
Hintergrundinfo:
Es gibt im Kirchenkreis einen Stromverbrauch von 1,4 Mio kWh, das entspricht dem Verbrauch von 1000 Personen. Ziel ist es, diesen Teil vollständig durch regenerative Energien zu ersetzen. Im kirchlichen Gebäudebestand des Kirchenkreises befinden sich rund 150 Gebäude u.a. 18 historische Kirchen, 28 Gemeindehäuser und 27 Kitas, dazu kommen Pfarrhäuser, Diakoniegebäude, Wohnungen und Wohnhäuser.
Verabschiedungen nach Südafrika und Venezuela
Die Kreissynode verabschiedete zwei Pfarrer des Kirchenkreises Düsseldorf-Mettmann. Der Lintorfer Pfarrer Michael Diezun geht zum 1.9. als entsandter EKD-Pfarrer nach Johannesburg/Südafrika. Pfarrer Lars Pferdehirt vom Berufskolleg Neandertal in Mettmann geht ab 1.9. in die EKD-Auslandsgemeinde nach Caracas/Venezuela.
Anrechnung der Sonderdienstzeiten
Die Kreissynode hat den Antrag an die Landessynode beschlossen, die Sonderdienstzeiten in der Evangelischen Kirche im Rheinland auf die hauptberufliche Dienstzeit als Pfarrer/Pfarrerin anzurechnen.
Bericht und Fotos: Diemut Meyer, Kirchenkreis Düsseldorf-Mettmann