Johann Sebastian Bach und die Reformation – Gottesdienst in Hösel am 31.10.

Martin LutherDie Reformation stellte nicht nur kirchengeschichtlich ein einschneidendes Ereignis für Deutschland dar. Ehemals katholische Klöster, Pfründe, Stiftungen und Privilegien wechselten mit der landesherrlichen Konfession nicht nur in evangelische Obhut, sondern gingen auch in kommunalen Besitz über. Die Kirchenmusik beispielsweise fiel großenteils an den Rat der Stadt. Davon waren auch die Thomaskirche in Leipzig und ihr großer Kantor Johann Sebastian Bach betroffen.

Wie sich die Reformation auf das Leben und Wirken Johann Sebastian Bachs und auf die Kirchengemeinde St. Thomas auswirkte, wird im Reformationsgottesdienst am Montag, 31.10.2011, um 18 Uhr in der Adolf-Clarenbach-Kirche, Hösel in drei kleinen Theaterszenen wiedergegeben.

 

Die Texte schrieb der Höseler Kantor Toralf Hildebrandt. Sie erheben keinen Anspruch auf historische Genauigkeit, sondern sollten eher als Anekdoten gesehen werden, die über Bach kolportiert wurden. Darsteller sind Pfarrer Dr. Dieter Jeschke (Joachim Pikander, Pastor an St. Thomas und Textdichter), Küster Frank Polster (Franz Praetorius, Küster an St. Thomas) und Toralf Hildebrandt (Thomaskantor Johann Sebastian Bach). Gezeigt wird in humorvoller Weise die Einstellung Bachs als Thomaskantor, der von der Stadt Leipzig ausgewählt wurde, aber von Pastor Pikander im Amt bestätigt werden musste. In der zweiten Szene fordert Bach eine Vergrößerung des Thomanerchors. Sie gipfelt im Aufschrei Pikanders, wer das bezahlen soll – ein Schelm, wer Parallelen zur heutigen Zeit zieht. Zum Schluss erfährt der Zuschauer, dass Bach nicht nur ein genialer Choralschreiber war, sondern die Kirchenmusik ungeheuerlich veränderte: er förderte den „Volksgesang“ im Gottesdienst und setzte eine Frau, nämlich seine eigene, Maria Magdalena Bach, als Solistin ein.

2000 Menschen wie zu Bachs Zeiten werden am Reformationstag sicher nicht in die Adolf-Clarenbach-Kirche kommen, aber dort Gottesdienst zu feiern, lohnt sich allemal. Im Anschluss wird noch ins Gemeindehaus eingeladen zum Luther-Umtrunk. Es gibt Wein, wie ihn schon Luther getrunken haben soll.

Losungen

Samstag, 19. Mai 2012
So sollst du nun wissen, dass der HERR, dein Gott, allein Gott ist, der treue Gott, der den Bund und die Barmherzigkeit bis ins tausendste Glied hält denen, die ihn lieben und seine Gebote halten.
Dass einige nicht treu waren, was liegt daran? Sollte ihre Untreue Gottes Treue aufheben? Das sei ferne!